Python regius (Königspython oder Ballpython)

 

 

 

Wie so oft, wird dieser Vertreter der Python als Anfängerschlange bezeichnet.

Diese Aussage ist meiner Meinung nach absolut FALSCH!

Auch meine ersten Tiere waren 1.1 Python regius (WF), die ich damals als Deutsche Nachzuchten für sehr teures Geld gekauft habe.

Da diese Tiere über und über mit Zecken besiedelt waren, konnte man ausschließen, dass es sich bei den Tieren tatsächlich um Deutsche Nachzuchten handelte.

Die Tiere hatten ein recht geräumiges Terrarium (120 x 60 x 60), das in meinen Augen absolut Klasse aussah.

…und jetzt kam das, was man HEUTE in sämtlichen Foren zu lesen bekommt: die Tiere wollten nicht fressen!

Alles wurde ausprobiert - nichts war zu machen -

Als Anfänger ist das der totale Horror. Fachbücher gab es zu dieser Zeit kaum oder waren mir nicht bekannt, Internet war noch nicht verbreitet, in meinem Bekanntenkreis gab es niemanden, der mein Hobby teilte. Also stand ich auf weiter Flur allein mit diesem, meinem Problem.

Das Ende vom Lied: ich habe die Tiere für einen Bruchteil meines Kaufpreises an einem Händler verkauft!

Warum schreibe ich das?

Nun… jeder, der mit diesem Hobby anfängt, sollte versuchen, sich GUT zu informieren; und das VOR der Anschaffung der Tiere. Heute gibt es sooo viele Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen mit Züchtern und Haltern, die seit Jahren erfolgreich Schlangen pflegen. Das sollte kein Problem mehr darstellen.

Keiner dieser erfahrenen Leute wird einen "Anfänger" im "Dunklen" stehen lassen, denn auch sie haben irgendwann mal angefangen und wissen um die "Probleme", die auftreten können.

Jetzt ein paar Haltungstipps, die aus MEINEN Erfahrungen resultieren !!!

In unserem Bestand befinden sich sowohl Deutsche Nachzuchten als auch WF (Wildfänge) und FZ (Farmzuchten). Die Behälter, in denen die Tiere untergebracht werden, sind sehr sporadisch eingerichtet, d.h. als Bodengrund weißes Küchenpapier (z.B. ZEWA), 1 Wasserbehälter sowie ein Unterschlupf.

Die Terrariengröße wird von uns lieber etwas kleiner gewählt als zu geräumig.

Bei Einzug des Tieres wird das Gewicht des Tieres festgestellt und in gewissen Abständen immer wieder kontrolliert. Sobald uns das Tier Kot ausscheidet, wird dieser einem Tierarzt zur Kotprobenuntersuchung gegeben.

Wichtig ist dem Tier eine Eingewöhnungszeit von ca. 7 – 14 Tagen zu gewähren, in dieser Zeit wird das Tier absolut in Ruhe gelassen (Wasserwechsel sowie Kontrollblick, nichts weiter).

Erst nach dieser Zeit fangen wir an mit der ersten Fütterung [lebend, frischtot sowie gefrostet - natürlich wurden diese vorher aufgetaut - ;-)]. Wird das gewählte Futtertier nicht sofort akzeptiert, bitte nicht in Panik geraten. In diesem Fall lassen wir das Tier wieder mehrere Tage in Ruhe und starten einen neuen Versuch.

Mit dieser Vorgehensweise sind wir bisher immer erfolgreich gewesen, eine Zwangsfütterung war bei unseren Tieren niemals notwendig. Man muß nur genügend Geduld aufbringen und einige Varianten ausprobieren.
Immer wieder hört und liest man, das der Python regius ein "Feinschmecker" sei, ich habe kein Tier in meinem Bestand der nicht Ratten frisst. Die Umstellung kann schonmal etwas dauern aber es ist möglich!
Zusammenfassung:

1. Gewicht des Tieres feststellen und regelmäßig kontrollieren

2. Erste Kotausscheidung untersuchen lassen(mykologisch, parasitologisch und bakteriologisch), um Parasiten etc. zu erkennen und evtl. zu behandeln (was bei allen Neuzugängen GRUNDSÄTZLICH gilt)

3. Behältergröße nicht zu groß wählen

4. Tages Temp. bei 30°C,Nachts bei 25°C /Lf.( Luftfeuchtigkeit) bei 60%

5. Eingewöhnungszeit gewähren

6. Mehrere Arten von Futtertieren anbieten

7. Nicht in Panik geraten, wenn Futtertier nicht sofort akzeptiert wird